Was ist Einzelbildanimation?
Einzelbildanimation heißt, dass jeder Schritt einer Bewegung einzeln gezeichnet wird. Nichts wird für dich berechnet; jedes Bild auf dem Schirm hat jemand gezeichnet. Das ist mühsam und dafür vollkommen frei: was deine Hand tut, erscheint genau so.
Bilder, Sekunden und Standzeiten
Eine Animation zeigt eine bestimmte Zahl Bilder pro Sekunde. Vierundzwanzig ist der Kinostandard, aber du musst nicht alle zeichnen: dieselbe Zeichnung kann zwei oder drei Bilder lang stehen bleiben. Das nennt man Standzeit, und sie ist die Grundökonomie der handgezeichneten Animation. Was wie 12 Bilder pro Sekunde aussieht, sind meist 24 mit jeder Zeichnung doppelt gezeigt.
Schlüsselbilder, Zwischenbilder, Reinzeichnung
Der professionelle Ablauf hat drei Stufen. Schlüsselbilder sind die Extreme einer Bewegung: der Arm ganz oben und ganz unten. Zwischenbilder tragen den Übergang. Die Reinzeichnung macht aus der groben Linie die endgültige. Als Anfänger kannst du die Reinzeichnung ganz auslassen — grob belassene Animation hat eine eigene Energie.
Halte das erste Projekt winzig
Statt einer ganzen Figurenszene nimm eine einzige Geste: ein springender Ball, eine sich öffnende Hand, eine wehende Fahne. Der springende Ball ist die klassische erste Übung, weil er Timing, Stauchen und Strecken sowie Beschleunigung in sechs Bilder packt. Ist er fertig, lege ihn in eine Schleife, schau zu und zeichne das Bild neu, das dich stört. Genau dort lernt man.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Einzelbildanimation von Motion Graphics?
Bei Motion Graphics bewegt die Software ein fertiges Objekt, du lieferst nur Anfangs- und Endwerte. Bei Einzelbildanimation wird die Form selbst jedes Bild neu gezeichnet, kann sich also auch verändern. Deshalb gelingen überzeichnete, elastische und handgemachte Wirkungen Bild für Bild viel leichter.
Mit welcher Bildrate soll ich arbeiten?
Handgezeichnete Animation liegt sehr oft bei 8 bis 12 Bildern pro Sekunde, das liest sich angenehm. 6 wirken gröber und sprunghafter; 24 sind glatt, verdoppeln aber die Zahl der Zeichnungen. Für kleine Projekte ist irgendwo zwischen 8 und 12 der ausgewogenste Start.
Muss ich die Bilder der Reihe nach zeichnen?
Nicht unbedingt, meist sogar besser nicht. Erst das erste und letzte Bild, dann das mittlere, dann die Lücken zu zeichnen erhält den Bogen der Bewegung. Zeichnest du strikt der Reihe nach, driftet die Bewegung und landet am Ende nicht dort, wo sie begann.
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